Antike Mosaiken können allgemein
in zwei Hauptkategorien unterteilt werden, in die Bodenmosaiken und in
die Wandmosaiken. In klassischer Zeit wurde bevorzugt das Bodenmosaik
verlegt. Ab dem 4 Jahrhundert n. Chr. gewann das Wandmosaik an Bedeutung. Und
auch an Prestige. So erhielt der Wandmosaizist (Musivarius) um 20 Prozent
mehr als der Bodenmosaizist (Tessellarius). Das mag der
Gefahrenzuschlag des Wandmosaizisten gewesen sein, immerhin arbeitete er in den
Kirchen in schwindelerregender Höhe, aber wahrscheinlich hängt es mit der
besseren Sichtbarkeit der Gewölbe und Wände zusammen. Außerdem wurden an den
Kirchenwänden wertvollere und heikler zu verarbeitende Materialien, die Smalten,
verwendet.
Die späte Rache des
Bodenmosaizisten an seinem besser verdienenden Kollegen ist, dass seine Arbeiten
öfter und besser die Jahrtausende überlebt haben. Denn der erste Teil eines
Gebäudes, der zusammenbricht, sei es bei Erdbeben, Vulkanausbrüchen oder bei
altersbedingtem Verfall, ist die Mauer und diese konserviert so den Boden. Daher
sind die besterhaltensten Zeugnisse klassischer griechischer und römischer
Kunst Bodenmosaiken.
Boden- und Wandmosaiken haben auch
unterschiedliche Legetechniken. Große polychrome Bodenmosaiken wurden immer in
direkter Methode verlegt. Wenn es ein Emblem in der Mitte gab, wurde dies meist
in einem Atelier gemacht und erst zum Schluss in das Fußbodenmosaik integriert.
Wandmosaiken wurden meist in
direkter Methode gelegt, nur in Ravenna gab es eine spezielle indirekte Methode,
die es ermöglichte indirekt, aber nicht spiegelverkehrt (d.h. mit glatter
Oberfläche zu arbeiten).
DIREKTE METHODE
Hier wird der Mörtel direkt am Endbestimmungsort des Mosaiks
aufgetragen und die Tesserae werden direkt eingesetzt. Es wird von innen nach außen
gearbeitet, und überflüssiger Mörtel, der zwischen den Steinen hervorquillt
wird mit einer Spachtelspitze weggenommen.
Es darf immer nur soviel Mörtel
aufgetragen werden, wie in der Trocknungszeit „gelegt“ werden kann, da der
trockenen Mörtel nicht mehr zu entfernen ist.
INDIREKTE METHODE
Hier wird das Mosaik auf einen Zwischenträger angebracht, um es dann an
den Endbestimmungsort transportieren zu können.
Es gibt erstens die umgekehrte
indirekte Methode. Hier werden die Tesserae mit einem wasserlöslichen Leim
auf ein dickes Blatt Backpapier geklebt. Die Vorzeichnung auf dem Blatt muss spiegelverkehrt
sein, da die Klebefläche die Mosaikseite ist, die später sichtbar sein wird.
Dann wird das fertige Mosaik in ein Mörtelbett gelegt (Backpapierseite nach
oben!) oder das Mosaik wird in eine Schablone gegeben, hier wird die
Bachpapierseite nach unten gelegt. Man gibt eine Folie zwischen Schablone und
Mosaik, damit das Mosaik aus der Schablone wieder entfernbar ist. Nun wird mit Mörtel
und Zement aufgegossen.
Nachdem der Mörtel bzw. der Zement
getrocknet sind kann man das Papier und den Leim mit viel Wasser abwaschen und
das Mosaik wird wieder sichtbar. Das Vorteil dieser Methode ist, dass die Oberfläche
relativ glatt ist.
Die zweite
indirekte Methode wird fast wie die direkte ausgeführt, nur werden die
Steine nicht in ein Mörtelbett gelegt, sondern auf ein Netz oder einen anderen
Zwischenträger geklebt. Das fertige Mosaik wird dann mit dem Zwischenträger in
das Mörtelbett eingelassen. Diese Methode erlaubt wieder eine schön unregelmäßige
Oberfläche.
Die Mosaiksteine werden in ein
Lehmbett gesetzt und nach Fertigstellung wird das Mosaik mit einem wasserlöslichen
Leim bestrichen und mit Gazestreifen bedeckt. Das wird solange wiederholt, bis
die Steine am Gazestreifen kleben bleiben. Dann kann man das Mosaik aus dem
Lehmbett entfernen, man reinigt die Zwischenräume zwischen den Mosaiksteinen
vom verbliebenen Lehmstückchen und setzt das Mosaik dann in ein Mörtelbett.
Wenn dieses getrocknet ist ,werden mit viel Wasser und einer Bürste der
Gazestreifen und der Leim entfernt.
Die Vorsteile dieser Methode sind: man muss nicht seitenverkehrt arbeiten und sieht immer, wie das Mosaik aussieht. Außerdem hat man die unregelmäßige Oberfläche und der Nachteil, einen Zwischenträger miteinmörteln zu müssen, fällt auch weg.
Materialien Geschichte des Mosaiks