Der rote Faden, der sich durch alle meine Arbeiten
zieht, ist die enge Verknüpfung mit der Vergangenheit: seien es alte Techniken
die ich benutze, wie Vergoldung und Mosaik, seien es alte Motive, wie
Teufelchen, Drachen oder seien es Artefakte, die ich in meine Arbeit integriere.
Der Anfang liegt in meinem Kunstgeschichtestudium und dem Wunsch, selbst einige dieser Meisterwerke, die besprochen wurden, zu besitzen. So malte ich die ersten Kopien in Öl, dies weitete sich aus zu Technikstudien, der Suche nach alten Rezepten für die besten Farbmischungen und den ersten Versuchen passende Rahmen zu vergolden. Irgendwann war der Schritt vom Hobby zum Beruf gemacht, die Computer wurden (fast) ausgeschaltet und ich begann mit 32 eine „Lehre“ bei der Restauratorin Togna Pavani.
Danach
startete ich meine eigene künstlerische Arbeit. Die
nächsten Jahre widmete ich den „Goldwerk Variationen“: Vergoldete
Artefakte, die ich restaurierte oder Ornamente, die ich selbst herstellte und
neu vergoldete, setzte ich auf farbig-gespachtelten Leinwände. So
konnten sie im alten Glanz und doch ganz modern erstrahlen.
Vor einigen Jahren machte ich in Ravenna einige
Mosaikkurse. Ich lernte bei Luciana Notturni, die Aufträge für die bekanntesten
Künstler und Designer Italiens, wie z. B. Alessandro Mendini, ausführt und
nebenbei noch Restauratorin für antike Mosaike ist.
Die mühsamste Arbeit des Mosaizisten ist die
Behauung des Steins, um die quadratischen Tesserae zu formen.
Aber gerade diese Arbeit ist auch sehr faszinierend, weil die innere Farbigkeit
des Steins wird quasi zum Malen benutzt. Der Stein wird zum – mehr oder
weniger großen – Farbpigment. Die nun folgende Arbeit des Legens hingegen ist
eher entspannend und sehr kontemplativ und gleicht einem langen Tangram.
Meine
Mosaike sind neue „alte“ Stücke. Ich bin zwar von traditionellen Motiven
beeinflusst, versuche aber die originäre Farbigkeit des Steins mit bunten
teilweise kontrastierenden Hintergründen noch stärker hervortreten zu lassen.